Samstag, 10. Oktober 2009

Abschied nicht für immer...

So, jetzt bin ich wieder in Bochum und kann mit etwas Abstand über meinen Aufenthalt in der Schweiz resümmieren...
Meine 3 Monate in Basel (und dem Rest der Schweiz) waren sehr aufregend, ereignisreich und dementsprechend auch ziemlich anstrengend.
Wenn ich an die Leute denke, die ich kennen und schätzen gelernt habe, fallen mir meine Kollegen von Novartis ein, mit denen man unter anderem wunderbare Gespräche über das Schattendasein der Leichtathletik, die Bildungspolitik in Deutschland und etliche interessante fachliche Themen führen konnte ;-)
De Arbeitsathmosphäre war entspannt und ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Ich hatte so gut wie immer einen Ansprechpartner und meine Arbeit war sehr interessant und recht theoretisch (das ist positiv!).

Die andere Gruppe, die ich in sehr guter Erinnerung behalten werde, ist Andis Lauftreff. Ich war sehr angenehm überrascht, wie herzlich ich aufgenommen wurde.
Das Training Dienstags war auch immer ein Wochenhighlight für mich. Das war zum Teil reinstes Kenianertraining. Wir liefen durchschnittlich 4:45iger Tempo bergauf und bergab, zum Ende wurde im 3:30iger Tempo bergab Richtung Ziel geheizt, nach dem Motto, den letzten beissen die Hunde. Ich war natürlich immer letzte (kein Wunder, die anderen konnten 3:20 auf mindestens 5 km durchlaufen), aber Spaß gemacht hats trotzdem.
Mit Peter und Christoph war ich auch ein Wochenende im Engadin gewesen und mit Peter noch ein wenig höher hinaus... ;-)
Andi hatte sich um meinen verletzten Fuss mit Massagen sehr fürsorglich gekümmert, wofür ich ihm sehr dankbar bin, denn schließlich konnte ich letztes Wochenende den Zeeland Marathon mitlaufen!
Die Truppe ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen und Abschied nehmen ist nicht nur mir sehr schwer gefallen.

Aber ich war bestimmt nicht das letzte mal in Basel gewesen!

Insgesamt war ich in den 3 Monaten sehr wenig feiern, habe einiges mit meiner Mitbewohnerin Minna unternommen, aber die meiste Zeit war ich auf eigene Faust (laufenderweise) unterwegs gewesen. Ich muss aber sagen, dass ich keinen Augenblick Langeweile hatte, da es (immer noch...) soviele neue Plätze zu entdecken gab. Ich habe die Ruhe der Berge sehr genossen und empfand es als durchaus positiv auch mal ganz alleine zu sein (ohne eine Strasse oder menschliche Siedlung zu sehen).
Für mich war mein Aufenthalt in der Schweiz trotz 40 Stunden Woche der reinste Urlaub, ich war dauernd auf Achse, hab mein Marathontrainingsprogramm mehr oder weniger konsequent durchgezogen, sehr viel von dem Land gesehen, jede Menge nette Leute kennengelernt, einen Einblick in das Unternehmen Novartis bekommen und einfach eine sehr schöne Zeit gehabt.
Da hab ich eine kleine Diashow von 10 min Länge erstellt, die nochmal einen kleinen Teil meiner Erlebnisse zusammenfasst:
Filme

Schlechte Erfahrungen habe ich keine einzige gemacht, da war ich ein richtiger Glückspilz. Ich habe mich leider in den 3 Monaten schon ziemlich gut eingelebt, so dass mir der Abschied von Basel sehr schwer gefallen ist...
Ich freue mich aber gleichzeitig auch wieder in Bochum zu sein und meine "alten" Freunde wiederzutreffen!

So, der nächste Kurzaufenthalt in Basel ist schon geplant: der Basler Stadtlauf Ende November...

Montag, 28. September 2009

Über den Wolken...

Tja, heute hats endlich mit dem Wetter geklappt und ich hab mich getraut...
Fliegen in dem Doppeldecker Bücker Jungmann: für 2 Leute konzipiert und oben offen!
Peter von Andis Lauftreff hat seit vielen Jahren seinen Flugschein und wir haben uns heute für anderthalb Stunden das Schätzchen von 1939 gemietet (übrigens die einzige mietbare Maschine ihrer Art in der Schweiz).

Dass die Bücker Jungmann gut für Akrobatikflüge geeignet ist, kann ich mir nach heute sehr gut vorstellen...
Nach vielen Steep-Turns nahe der Jura-Berge und einem kontrollierten Sturzflug war ich mehr als begeistert.
Hier die Flugroute: Langenthal LSPL, Weissenstein, Grenchenberg, Le Chasseral (mit der großen rot-weissen Antenne, da bin ich am 05.09. raufgelaufen von Villeret aus), St. Petersinsel (im Bieler See), Creux du Van (das Felsrondell), Neuchâtel LSGN, dort kurz was gegessen (soweit mein Magen das zuließ ;-)) und zurück: Neuchâtel LSGN, Biel, Grenchen, Solothurn, Langenthal LSPL

Ich habe auch recht fleissig Fotos gemacht, die vom Hinflug seht ihr hier:

Ich muss aber zugeben, dass es nicht ganz einfach ist zu fotographieren, wenn zum Teil 3 G auf den Körper wirken, daher sind die spektakulärsten Ausblicke leider nicht eingefangen...
Ich hab mich aber durchweg gut aufgehoben gefühlt und Starts und Landungen waren butterweich. Also jederzeit wieder! Das war wirklich das absolute Highlight meines Aufenthaltes hier in der Schweiz.

Herbstwanderung mit Andis Lauftreff

... leider ohne Andi. Atemberaubend schöne Landschaft, lustig feucht fröhlicher Spieleabend, Ferienlagerathmosphäre in der Berghütte und viele nette Gespräche: Das ist die kürzeste Beschreibung, die mir einfällt...

Wir trafen uns am Samstag morgen um kurz vor 7 am Bahnhof und fuhren mit dem Zug nach Gstaad und von dort mit dem Bus nach Lauenen. Das war mit den Serpentinen und sehr schmalen Straßen schon recht abenteuerlich.
Am Lauenensee angekommen wars dann schon 11 Uhr, also Zeit für ne kleine oder größere Brotzeit ;-)
Nachdem wir unseren Proviant dezimiert hatten gingen wir los und zwar stetig bergauf und nur bergauf. Zwischendurch haben wir Fötili-Päuschen gemacht ;-)


Die Aussicht war echt fantastisch. Als wir nach ca. 4 Stunden die Wildhorn-Berghütte erreichten, war ich schon ein wenig froh. Die Strecke war recht anspruchsvoll gewesen, 9 km mit ca. 1000 HM auf Bergwanderwegen. Außerdem sah es sehr stark nach Gewitter aus.
Deshalb fiel auch leider unsere Zusatzwanderung für die die nicht genug hatten zum nächstgelegenen Gipfel leider aus ;-(

Die Hütte wurde nur von 2 Personen bewirtschaftet und war richtig urig. Es gab viel zu lesen und Kartenspiele und so vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abendessen (und auch danach) mit Uno spielen. Aufgrund der Wetterverhältnise war die Hütte auch richtig voll und der Aufenthaltsraum glich einer Sauna.
Später kam ich noch in den Genuss eines Kaffee Wildhorn (ein wenig Zucker in ein Wasserglas geben, mit Kaffee übergießen, bis man den Zucker nicht mehr sieht und dann mit Schnaps auffüllen und mit Sahne garnieren). Ich sag euch das hat auf der Höhe (2300 müNN) und nach der Anstrengung richtig reingehauen. Eigentlich hätte ich schlafen können wie ein Stein (ab 22 Uhr war Bettruhe), aber wir hatten in unserem 16-Bettzimmer einen Extremschnarcher...
Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg Richtung Lenk im Simmental. Wir wollten dann von dort den Zug zurück nach Basel nehmen.
Um doch noch einen Gipfel zu besteigen wanderten wir aufs Iffighorn, was mit 2300 müNN nicht wirklich höher lag als die Hütte. Aber man hatte eine wunderschöne Aussicht. Auf das Wildhorn mit dem gut einsehbaren Gletscher und auf der anderen Seite ins Simmental.
Ich hatte ja gedacht, dass der Abstieg leichter würde als der Aufstieg, aber dem war leider nicht so... Ich hatte zwar am nächsten Tag nur im Hintern Muskelkater, aber das Bierchen im Tal hat mich wirklich umgehauen. Die Landschaft war richtig idyllisch, teilweise schon kitschig und es war faszinierend, wie sich die Flora ändert, wenn man langsam in tiefere Regionen steigt.

Und hier noch ein paar Fotos von Robby:

Die beiden Tage gingen viel zu schnell rum und ich war richtig traurig, da ich in nächster Zeit wohl nicht mehr in die Berge komme.

Freitag, 25. September 2009

Out of Basel II

Ich werde gleich zu einer 2-Tageswanderung mit einem Teil der Laufgruppe aus Allschwil aufbrechen (wir haben noch keine 6 Uhr...) und erst morgen abend wieder erreichbar sein. Es geht nach Lauenensee und von dort zum Fusse des Wildhorns. Morgen gibts dann jede Menge Fotos!

Solothurn am 20.09.

Da ich immer noch nicht laufen konnte und ausnahmsweise keine Lust auf eine längere Reise hatte, entschloss ich mich nach Solothurn zu fahren, ca. ne Stunde von Basel entfernt. Solothurn ist eine schöne Barockstadt, wie man gut auf den Fotos sehen.



Nachdem ich einen kurzen Rundgang durch die Altstadt gemacht hatte, wollte ich noch meine am Samstag gekauften Wanderschuhe testen und machte mich auf zur Verenaschlucht mit der Einsiedelei. Laut Wanderführer ne kurze Strecke von 3 km. Ich hatte aber nicht bedacht, dass der Weg dort recht gut ausgebaut ist und schönes Wetter war...

Vor lauter Familien mit Kinderwagen und Spaziergängern in Sonntagsschuhen gab es fast kein durchkommen. Es ging ganz leicht bergauf zur Einsiedelei, wo immer noch ein Mönch in Einsamkeit leben soll. Wie der das anstellt mit den ganzen Leuten drumrum, die alles andere als rücksichtsvoll und leise sind, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Naja, kurz hinter der Einsiedelei gabs dann eine Gaststätte, ab der dann keine Menschenseele mehr zu sehen war. Ich ging dann noch ein wenig weiter und suchte mir ein nettes Plätzchen mit schöner Aussicht und machte ein kleines Picknick.

Das war alles in allem ein recht gemütlicher Tag, an dem ich noch ein wenig mein Selbstmitleid wegen meiner Fussverletzung auskosten konnte ;-)

Samstag, 19. September 2009

Verletzt und trotzdem glücklich...

So, was kann man 2 Wochen vor dem Marathon nicht gebrauchen? Richtig, eine Verletzung... Wie ihr sicher wisst, hab ich da ja schon Erfahrung mit gemacht.
Und wie es halt so kommen musste, nachdem ich Donnerstag nochmal schön 4x2000 m auf der Tartanbahn gemacht hab: Mein Fussballen tat weh. Erst nur ein wenig, aber am Freitag morgen war kein Gehen mehr möglich, ich konnte nicht mehr auftreten. So ein Mist dachte ich mir, also ab zum Betriebsarzt (nachdem ich von ca. 10 orthopädischen Sprechstundenhelferinnen auf in 2 Wochen vertröstet worden bin...) und da wurde ich dann mit Salbe und Tabletten notdürftig versorgt (mein Fuss wurde nicht einmal richtig näher begutachtet). Naja, dann wieder ins Büro und Beine hochlegen (und natürlich arbeiten ;-)). Da war ich erstmal richtig fertig...
Aber ich muss sagen, heute morgen wars dann auch schon um Längen besser und ich machte mich auf zu Andis Sportlade (der mit dem Lauftreff) da hatte ich mir Wanderschuhe bestellt... Kaum war ich da und hatte meine Wehwehchen geschildert, musste ich mich hinsetzen, Socken aus, Fuß hoch und ich bekam ne Massage. Das tat zwar erst tierisch weh, wurde aber schnell besser und aus dem Schmerz wurde ein Druckgefühl.
So, da mit Laufen ja mal nichts war, erhielt ich nen guten Tipp: Ich könnte doch mit dem Velo nach Rheinfelden ins Thermalbad fahren, mich ein wenig vergnügen und mit dem Zug zurück.
Gesagt getan. Nach 20 km war ich auch schon da. Von außen sah es sehr unspektakulär aus, aber als ich drin war war ich doch recht beeindruckt: 2 Solebecken (drinnen, draußen), 4 verschiedene Saunen, Sanarium, Dampfbad, Solegrotte, Hamam, Intensivsolebecken usw.
Mein Problem war nur, ich hatte meine Linsen vergessen und bei warm feuchter Luft ist ne Brille nicht ganz so praktisch...
Irgendwie habe ich mich dann doch zurecht gefunden und hab erstmal die Solebecken abgeklappert, dann die Saunen ( 3 finnische und eine russische) zwischen 80° und 110° zum Teil als Blockhäuser in nem Außenbereich. Und nach nem Päuschen gings dann noch ins Intensivsolebecken und das war dann der krönende Abschluss. Mit 12% echt Rheinfelder Salz gibt das gehörig Auftrieb und wenn man die Ohren unter Wasser hält, hört man klassische Musik, aber nur dann. Und wärend man so dahintreibt, kann man an der Decke Farbspiele beobachten. So kann man auch Stunden verbringen...
Naja meine 3 Stunden im Thermalbad gingen aber auch verdammt schnell vorbei ;-(
Und zum Schluss ging selbst barfuss gehen wieder nahezu schmerzfrei. Ich bin also guter Dinge, dass ich morgen oder Montag mal wieder probieren kann ein paar Meter zu laufen.
So bin ich wenigstens in den Genuss des Rheinfelder Thermalbades gekommen...

Montag, 14. September 2009

Zermatt, Gornergrat und das Wetter (überarbeitet ;-))

Am Samstag, den 12.09. bin ich dann mit meinen Eltern nach Zermatt gefahren, obwohl der Wetterbericht nicht gerade gut aussah zumindest für 4000er gucken...
Von dort sind wir mit der Zahnradbahn auf den Gornergrat auf 3100müNN rauf und ich hab fleißig die Panoramafunktion meiner Kamera getestet ;-)
Hier die Fotos:

Das Matterhorn ist wirklich einmalig schön, kein Wunder, dass so viele Bergsteiger die Besteigung versucht haben...
Davon kündet übrigens auch ein Friedhof mitten im Ort, wo einige verunglückte Bergsteiger ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die meinsten der Gräber sind recht alt (Anfang 1900-1950) und es waren vor allem junge Leute, der jüngste war grademal 19 Jahre. Gut, die sind nicht alle am Matterhorn verunglückt, da gibt es noch andere große Herausforderungen wie den Monte Rosa mit seinen beiden Gipfeln, die Zwillinge, das Breithorn und noch etwa 21 andere 4000er, die man vom Gornergrat aus bewundern kann. Wenn es das Wetter zulässt...
Als wir hochfuhren gab es noch großteils wolkenfreien Himmel, das änderte sich aber sehr schnell, und es fing sogar an zu graupeln und zu schneien.
Wie dünn die Luft dort oben ist, hab ich dann bemerkt, als ich ein Stückchen runtergegangen bin und dann wieder hochlaufen wollte. Da ging mir aber die Pumpe...
Irgendwann wurde es dann doch ungemütlich kalt und wir waren auch unter Zeitdruck und so fuhren wir wieder runter nach Zermatt, wo es dann schön regnete ;-(
Da gingen wir dann zum zweiten Male an diesem Tag essen. Ich muss schon sagen, dass ich an diesem Wochenende sehr gut verpflegt wurde, da möchte ich mich bei meinen Eltern nochmal ganz herzlich bedanken!
Die Zugfahrt zurück war dann doch recht anstrengend (zusammengerechnet waren wir an dem Tag knapp 8,5 Stunden mit irgendwelchen Zügen unterwegs gewesen).
Ich fand den Ausflug nach Zermatt richtig toll, da wir zum großen Teil schönes Wetter zum Bergeschauen hatte. Das Panorama war sehr beeindruckend...